Seit den frühen Jahren des vergangenen Jahrhunderts betrieb die Familie Röhrl auf dem Gelände der damaligen Brauerei am Stadtgraben, Ecke Steinergasse ein Hotel, das damals das erste Haus am Platze war. Zum Ensembel gehörte ein großer, sehr gemütlicher Biergarten mit großen Kastanien und ein Teil der Produktionsgebäude der "Brauerei Gebr. Röhrl". Das "Hotel Röhrl" war eine Institution in Straubing, bekannt für seine gute Küche, den - für damalige Standards - gehobenen Komfort für seine Gäste und für die legendären Rosenmontagsbälle, für die das ganze Hotel genutzt wurde.

Das Gebäude, im "Jugendstil" gebaut, muß Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts einer neuen Nutzung weichen und wird abgerissen. Das Hotel wird in das heutige Gebäude verlegt.

Das Objekt, welche heute die Hausnummer Theresienplatz 36 trägt, wurde wohl seit dem 16. Jahrhundert als Bäckerei und Brauerei genutzt, zwei Gewerbe, die oft in örtlicher Nähe angesiedelt waren, weil die Bierbrauerei in vielen Fällen zunächst aus technologischer Ähnlichkeit (Umgang mit Getreide und Hefe) aus dem Bäckerhandwerk hervor ging.

Als Baujahr des bestehenden Gebäudes mit der barocken Fassade kann das Jahr 1726 angenommen werden, welches sich auch im Brauerwappen im Schlussstein des Eingangs-Türbogens finden läßt. Damals wurde das bestehende Gebäude vermutlich umgebaut und vergößert.

Nach wechselvoller Geschichte gelangt das Anwesen zum Ende des 19. Jahrhunderts in das Eigentum der Familie Leser, die ebenfalls eine Brauerei betreibt, einige technische Anbauten im hinteren Grundstücksteil aufführt und die Brauerei als „Leserbräu“ bekannt macht. Im Bereich des heutigen "Theresiencenter" waren die Keller der Brauerei untergebracht und ein Saal, der als "Leserkeller" Ort für viele Veranstaltungen und Feste war. Heue erinnert der Nebenraum "Leserzimmer" im Erdgeschoß an diesen Abschnitt der Geschichte des Gebäudes.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges kauft Josef Röhrl die Brauerei Leser und damit auch das Anwesen für die Brauerei Gebrüder Röhrl noch in der „Reichsmark-Zeit“. Das ist die Bezeichnung der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, in der - vor Einführung der D-Mark - noch die alte Währung "Reichsmark" galt.

Nach dem Abriss des damaligen „Hotel Röhrl“ in der Steinergasse wird das Gebäude am Theresienplatz im Jahr 1968 zum Hotel umgebaut.

Heutige Eigentümerin ist die „Röhrl Grundstücksverwaltung GmbH & Co KG“, welche nach dem Verkauf des Brauereibetriebes den verbliebenen Grundbesitz verwaltet.

Das Hotel steht in einer lebendigen Wechselbeziehung zu seiner Stadt: im Inneren modern, finden sich an vielen Stellen Zitate der Geschichte Straubings in Form von Bildern, die unsere Besucher dazu anregen sollen, die Stadt auch zu erleben.

 

Historie in Bildern